Restaurierung

Restaurierung des Uhrwerkes der Französischen Standuhr

Herr Brindl begutachtet das historische Ziffernblatt und das Uhrwerk. Wir freuen uns, dass wir in diesem Fachmann einen kompetenten Ratgeber haben. So können wir in Hinkunft auf eine funktionsfähige Uhr aufmerksam machen.
Für Kunstkenner ein Juwel.


Neuer Restaurierungsauftrag

Die Buchbinderei Martin Brosche erhält im Febraur 2020 einen Restaurierungsauftrag im Hinblick auf vier Werke aus der Handschriftenkammer des Stiftes Heiligenkreuz. So wird eine erfolgreiche Zusammenarbeit fortgesetzt.


Buchrestaurierung Martin Brosche – Buchbinderei Wien III

Der Buchrestaurator Martin Brosche fertigte im Jahr 2017 für Cod 274 einen neuen Einband. Die Decke ist Echtleder. Der Buchblock wurde gereinigt. Die historischen Besitzvermerke wurden vom Deckelfragment abgelöst und auf der Innenseite angebracht. Für HS 1B1 wurde ein neuer konservatorischer Deckel auf der Rückseite gefertigt. Die Seiten wurden geglättet und Risse geklebt. Buchschließen wurden angefertigt.


Handschrift 125

Dokumentation und restauratorische Maßnahmen – Dr. Patricia Engel – Präsentation


Lentner Krippe in Heiligenkreuz

Depotaufstellung im Stiftsmuseum

Wir haben die große Freude, dass viele restaurierte Krippenfiguren der sogenannten Lentnerkrippe in Heiligenkreuz von der Universität für Angewandte Kunst in Wien pünktlich vor Weihnachten nach Heiligenkreuz zurückgebracht werden konnten. Die Krippe besteht aus 90 Figuren und einer Unzahl von Kleinmaterialien, die zur Szene „Hochzeit zu Kana“ gehören. Ein besonderes Highlight dürfte das Zubehör für den ‚gedeckten Tisch‘ dieser Hochzeitsszene sein. Die Depotaufstellung wurde im laufenden Jahr 2019 eingerichtet. Im Jahr 2020 werden weitere Krippenfiguren restauriert und der Depotaufstellung zugeführt.


Daktyliothek
Was ist das?

Kustos P. Roman Nägel OCist. hat im Kunstdepot des Stiftes Heiligenkreuz eine Daktyliothek ‚wiederentdeckt‚. Die vermeindlichen Bücher entpuppten sich als Behältnisse, deren Inhalt der Betrachter nicht deuten konnte. Die Neugierde war geweckt. Die vermeindlichen Bücher waren äußerlich in einem etwas ‚verkommenen‘ Zustand und doch war es ein großes Glück, dass die Behältnisse niemals der Feuchtigkeit ausgesetzt waren. Die Buchdekel und die handgemachten, aufgeklebten Papiere im Inneren waren etwas rissig, zeigten Aufplatzungen und waren an den Kanten abgestoßen. Die an manchen Stellen gerissenen Ausschlagpapiere bereiteten einige Sorgen. Das Innenleben der buchähnlichen Schachteln war erstaunliecherweise ganz gut erhalten. Einige Objekte im Inneren hatten sich gelöst und vielen dem Beschauer quasi entgegen. Zum Glück war größte Vorsicht am Platz, sodass keine weiteren Schäden entstanden. Diese erste Beschau verlief sohin ziemlich angespannt. Und doch: Eine gewisse Beruhigung stellte sich ein, da die meisten Objekte sich an ihrer ursprünglichen Stelle befanden. Da die Teile nummeriert waren, konnte auf einen ersten Blick gesehen werden, dass keine tiefgreifenden Eingriffe, Veränderungen oder grob fahrlässige Beschädigungen vorhanden waren. Und doch: Es fehlten auf den ersten Blick ganz wenige Einzelstücke. Einige größere Abdrucke waren in mehrere Teile zerbrochen, wobei kleinere Bruchstücke gänzlich verloren gingen. Des Weiteren waren fragmentarische Schäden sichtbar.

P. Roman war der Überzeugung, dass eine solche Rarität eine Restaurierung verdient.
In einem ersten Schritt war es notwendig, an geeigneter Stelle nachzufragen. Eine erste interdisziplinäre Kontakaufnahme mit Fachleuten der Studienrichtung „Geschichte“ und „Numismatik“ an der Universität Wien brachte schließlichen den ersehnten Erfolg. Der Wunsch wurde Realität.

Der besondere Dank des Stift Heiligenkreuz gilt Univ.-Prof. em. Dr. Wolfgang Szaivert von der Universität Wien – Institut für Numismatik und Geldgeschichte, der unser Haus schon viele Jahrzehnte kennt. Er hat im Frühjahr 2019 die erste Sichtung der Sammlung vorgenommen. Bei der Veranstaltung „Einblicke in Sammlungen des Stiftes“ am Nationalfeiertag, dem 26.10.2019, stellte Prof. Szaivert unsere Daktyliothek im Kaisersaal einer höchst interessierten und staunenden Zuhöererschaft vor. Vielfach war zu hören: „Interessant – so etwas habe ich noch nie gehört und schon gar nicht gesehen“.
In der Zwischenzeit ist durch die Sichtung und Befundung ein von Prof. Szaivert viele Seiten umfassender Bericht entstanden, der der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Das griechische Wort Daktyliothek (auch: Daktylothek) enthält den Teil δάχτυλο (dachtylo), dt. Finger. Griechisch Daktyliothek heißt also Ringbehälter, Ringkästchen. Von den Griechen wurde die Bezeichnung für Sammlungen geschnittener Steine (Schmucksteine, Edelsteine) übernommen, etwa Gemmen (vertieft) und Kameen (erhaben) betreffend. Die  ursprünglichen Daktyliotheken waren also Sammlungen von Ringen, meistens Siegelringen. Da es sich in der Antike immer um kostspielige Sammlungen handelte, erfreuten sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts Abdrucke von antiken Gemmen einer großen Beliebtheit. Daraus entstanden eigenständige, systematisch angeordnete Sammlungen, aufbewahrt in stapelbaren Holzkästchen, Buchattrappen oder Schubladen. Die Objekte wurden je nach Geschmack oder Geldtasche auch in einzelnen „Laden“ innerhalb dicker „Bücher“ gesammelt, so ähnlich wie Schmuckhändler ihre Musterkoffer bestücken.
Die Abdrucke zeichnen sich  durch eine besonders hohe Qualität, Haltbarkeit und einen bemerkenswerten Oberflächenglanz aus. Die Rundlinge bestanden überwiegend aus preiswerteren Materialien wie beispielsweise Gips, Wachs oder einem Sigellack ähnlichen Material. Diese Nachbildungen geben Einblick in die Geschichte und Mythologie der antiken Bilderwelt (Skulpturen, Abbildungen etc.). Wer solche Daktyliotheken besaß, gehörte zu der gebildeten gesellschaftlichen Schicht des Bürgertums. Fürsten und Könige schmüchten damit ihre Raritätenkabinette.

Sinn der Daktyliotheken war es oftmals, Informationsmaterial der Antike zu sein, oder dienten als didaktisches Hilfsmittel für den häuschlichen (klösterlichen) Unterrichte. Man kann sagen, dass durch die dargestellten Personen, Gegenstände und manchmal auch Ereignisse Nachrichten aus der Antike bis herauf in die beginnende Neuzeit geboten werden. Darstellungen von Päpsten, Kaisern, Gelehrten und Heroen der griechisch-römischen Geschichte sind in der Heiligenkreuzer Daktyliothek zu finden. Sie besteht aus 17 Mappen in Buchform, bezogen mit grünem Leinen/-papier und Lederimitationspapier.

In akribischer Genauigkeit hat MMag. Ilse Mühlbacher im Herbst 2019 unsere Daktyliothek restauriert. Die insgesamt komplexen Schäden waren eine doch nicht unerhebliche Herausforderung. Frau Mühlbacher hat es geschafft, unsere Daktyliothek in originaler Pracht wieder herzustellen. Notwendig war das Entstauben, das Reinigen von Verschmutzungen und das Ergänzen von Fehlstellen. Lose Objekte waren zu befestigen. Die behutsame Restaurierung wurde im Sinne des Objektes durchgeführt. Der Restauratorin gilt der Dank des Stiftes.

Erste Sichtung und Einordnung durch
Prof. Wolfgang Szaivert vom Institut für Numismatik und Geldgeschichte im Frühjahr 2019

Daktyliothek – Nummothek – Xylothek


Aktion Schutzengel – Bleiweißfassung

Die Schutzengelstatue (1720) von Giovanni Giuliani ist 2016/17 im Atelier von Mag. Christian Gurtner mit einer Bleiweißfassung versehen worden. Die Bleiweißfassung, mit der das Erscheinungsbild von Marmor oder Porzellan imitiert wurde, war im 18. Jh. eine beliebte Art der Oberflächengestaltung. Auf mehrere Grundierungen mit Kreidegrund folgen die Bleiweißanstriche, die nach Durchtrocknung mit kleinen Achatsteinen bis zum Hochglanz poliert werden. Wir haben die Chance einer Rückführung der Skulptur in das bleiweißgefasste, originale Erscheinungsbild der Barockzeit wahrgenommen. Der strahlend weiße Schutzengel erhielt seinen angestammten Platz auf dem Sockel an der Badener Straße zurück. Im Jahr 2019 wurden durch das Atelier Gurtner Revisionsarbeiten durchgeführt.


Öl-Bleiweißfassung im Außenbereich

Diplomarbeit von Hackel Andrea
Titel: Öl-Bleiweißfassung auf Stein im Außenbereich
Untertitel: Untersuchung und Rekonstruktion eines historischen Anstrichsystems an zwei barocken Skulpturen von Giovanni Giuliani
Durchgeführt am: Institut für Konservierung und Restaurierung, Universität für Angewandte Kunst Wien
Ausführungszeitraum: Oktober 2011-Jänner 2012, Fertigstellung der Restaurierung Juni 2012
Diplomarbeits Betreuung: o. Univ.–Prof. Mag. Dr. Gabriela Krist
Restauratorische Betreuung: Univ. Lekt. Mag. Christian Gurtner u.a.
Aufgrund der notwendigen Restaurierung konnte den Skulpturen ihre entstehungszeitlich imposante formale Ausdrucksstärke zurückgegeben werden.

Historische Glasscheiben
im Kreuzgang

Die Glasmalereien im Kreuzgang des Stiftes Heiligenkreuz wurden durch Restauratorin Frau Mag. Angela Vorhofer untersucht, eine Bestandsklärung vorgenommen und  Anhand einer Musterrestaurierung der Glasmalereien um 1900 in den ursprünglichen Zustand versetzt. Angela Vorhofer hat mit dieser Arbeit Ihr Diplomstudium an der Universität für angewandte Kunst Wien – Institut für Konservierung und Restaurierung – abgeschlossen. Die Arbeiten an den historischen Gläsern im Kreuzgang werden im Jahr 2020 fortgesetzt.


In den Jahren 2017/18 wurde in Zusammenarbeit mit Textilrestauratorin Elisabeth Macho-Biegler, Atelier Hinterbrühl, ein Messgewand aus der Mitte des 18. Jhs. restauriert. Für das Stift Heiligenkreuz hat gerade dieses kirchliche Textil eine besondere Bedeutung. Es wurde von Kaiserin Maria Theresia dem Stift Heiligenkreuz gewidmet. Die kostbare und ausgeklügelte Seiden- und Goldstickerei mit figürlichen Motiven hat keine Parallele unter den erhaltenen Widmungen Maria Theresias. Der Stoff unserer Maria-Theresien-Kasel soll vom Krönungsgewand Maria Theresias zur Königin von Böhmen stammen, die am 12. Mai 1743 im Veitsdom in Prag stattfand. Bei den Restaurierungsarbeiten konnte Frau Macho-Biegler die Originalfutterseide anhand von kleinen Resten feststellen. Wir haben uns entschlossen, die grüne Futterseide, die in Farbe und Qualität dem Original entspricht, wieder anzubringen um so dieses Kleinod möglichst originalgetreu zu erhalten.


Ostergrab
Restaurator Franz Hobl – Neulengbach

Die Restaurierarbeiten am Heiligen Grab für die Stiftskirche Heiligenkreuz wurden von Franz Hobl durchgeführt. Im Mittelpunkt stand die Sanierung der zwei historischen Engelfiguren aus dem 17. Jh. und der beiden ’schlafenden‘ Soldaten von Hermann Nigg aus dem beginnenden 20. Jh. Heute sind die Kunstwerke während der Osterzeit im neu gestalteten Grabaufbau frei zugänglich in der sog. Antoniuskapelle der Stiftskirche zu sehen.