Highlights der Sammlung

 

  1. Der österreichische Maler Franz Edmund Weirotter (Innsbruck 1733-1771 Wien)
    war für seine Wasserfälle und Felslandschaften bekannt. Ausführlich schraffierte Rötelzeichnung wie diese waren zu seiner Zeit beliebt. Wir sehen eine Brücke über einen kleinen Wasserfall, auf der sich Wanderer einem Wegkreuz nähern. Das Blatt dürfte in die 1760er Jahre zu datieren sein.

 

 

 

  1. Die Sammlung besitzt vier Zeichnungen des Wiener Militärmalers und Lithografen Franz Zeller Edler von Zellenberg (1805-1876). Zweimal widmete er sich der Darstellung von Hunden, zweimal von Pferden, wobei es sich offenbar nicht um Studien nach der Natur handelt. Die kräftigen, mit weichem Bleistift gezogenen Konturen charakterisieren die Blätter als Entwürfe. Die zweite Pferdezeichnung zeigt zwei übertrieben geschönte Rosse und einen Reiter mit Ohrring und Federhut.

 

 

  1. Franz Witt war ein österreichischer Aquarellist des späten 19. Jahrhunderts, von dem zahlreiche Wiener Veduten bekannt sind. Seine 1897 datierte Ansicht des Heiligenkreuzerhofes zeigt einen Wagen des 1875 gegründeten Wiener Hausfrauen-Vereins, der dort seinen Sitz hatte.

 

 

  1. Die Sammlung besitzt fünf signierte Zeichnungen des Wiener Vedutenmalers Erwin Pendl (1875-1945). Von drei Grisaille-Aquarellen aus dem Inneren des Klosters sind zwei 1905 datiert, ein mit Bleistift gezeichneter Blick auf die Dächer trägt das Datum 1909. Für den nicht datierten Blick aus dem Kreuzgang in den Klostergarten griff Pendl zur spitzen Tuschfeder, durch die das Ganze den Charakter einer Radierung erhält.

 

 

  1. Der Wiener Künstler Arthur Paunzen (Wien 1890-1940 Isle of Man) zeichnete 1919 unter dem Eindruck der Spanischen Grippe eine Tusche-Zeichnung mit dem Titel „Die Seuche“. Die weibliche Verkörperung des Todes läuft als Riesin über die Erde und verstreut aus einer Schüssel ihre giftige Saat. Eine Stadt hat sie soeben hinter sich gelassen. In ihrer schwarzen Fantastik erweist sich die Zeichnung von Alfred Kubin inspiriert und ist heute nach etwas mehr als 100 Jahren wieder brandaktuell. Die nächste Katastrophe des 20. Jahrhunderts sollte Paunzen nicht mehr überleben. Nachdem er 1938 als Jude nach England emigrieren musste, erlag er 1940 in einem Internierungslager für Deutsche und Österreicher einer Lungenentzündung.

 

Kurzbeschreibung und Fotos:
(c) Erwin Pokorny