Musikalien

Eine älteste und ergiebige Quelle für die Choralpflege in Heiligenkreuz liefert das Antiphonar – Codex 20 – aus dem 12. Jahrhundert. Darüber hinausgehende handschriftliche Musikliteratur beschränkt sich auf Einzelblätter in unterschiedlichen Codices, welche in der Handschriftensammlung des Stiftes aufbewahrt werden.
Die Existenz einer Orgel in der Abteikirche ist erstmals im Jahr 1578 belegt. Die Gründung einer Singschule zu Beginn des 17. Jahrhunderts zeigt an, dass Gesang und Instrumentalmusik gleichberechtigt gepflegt wurden. Während der Zweiten Wiener Türkenbelagerung (1683) wurden viele Partituren und Musikinstrumente vernichtet. Im Musikarchiv wird bis heute eine Laute von Georg Epp aus dem Jahr 1632 aufbewahrt.
Erhalten sind jedoch herausragende Mess-Kompositionen großer Heiligenkreuzer Hauskomponisten wie P. Alberich Mazak OCist (1609–1661) und (später) P. Clemens Scheupflug OCist (1731–1805). Auch Werke anderer bedeutender Komponisten wie Johann Georg Albrechtsberger (1736–1809) und Georg Reutter d. J. (1708–1772) fanden Eingang ins Archiv. Im 20. Jahrhundert sind es Kompositionen unter anderen aus dem Nachlass von Ferdinand Rebay (1880–1953), einst Sängerknabe in Heiligenkreuz und später Professor der Wiener Musikakademie. Das Heiligenkreuzer Musikarchiv zählt somit Unikate unterschiedlicher Komponisten von Frühbarock bis in die Gegenwart.
Der handgeschriebene Zettelkatalog gewährt einen Überblick über die vorhandenen Partituren. Ein Teil davon wurde bereits in den 1970er Jahren in den RISM-Katalog eingebracht. Das Projekt, weitere wichtige Heiligenkreuzer Musikschätze im Internationalen Quellenlexikon der Musik verzeichnen zu lassen – und somit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen – dauert an.