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31. Mai 2020
Das Hohe Pfingstfest
(A)
Joh 20,19-23
Aus dem hl. Evangelium nach Johannes:
Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen:
Friede sei mit euch! …
Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!

Relief – Giovanni Giuliani – Abtskapelle

Stil-Epochen begegnen einander
Musik in der Stiftskirche

In der romanisch-gotischen Stiftskirche der Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz erklingt nach zisterziensisch-benediktinischer Tradition Gregoriansicher Choral.
Zum Hochfest Christi Himmelfahrt 2020 und bei der II. Vesper zum Hohen Pfingstfest bereicherte beim Vespergottesdienst Renaissance- und Barockmusik die abendliche Liturgie.
Zum Einzug des Herrn Abtes mit seiner Assistenz kam „Gaillarde de la Guerre“ von Claude Gervaise (1520-1560) und zum Auszug die „Sinfonia Instrumentale & Gavotte“ [aus der Oper: Atalanta] von Georg Friedrich Händel (1685-1759) zur Aufführung. Auf der Kober-Orgel aus dem Jahr 1804 musizierte Pater Tarcisius Sztubitz OCist. Frater Anastasius Erling OCist spielte das Fagott und unser Kandidat Herr Jonas Uhl blies die Trompete.
Auf diese Weise kann unser romanisch-gotischer Kirchenraum, der die Jahrhunderte überstanden hat, mit Klängen großer Meister erfüllt werden.
Wir vereinen somit die verschiedenen Jahrhunderte in unserem Haus zu einem einzigen Lob Gottes.


Die Lilie
als mittelalterliche Glaskunst und Schmuck für die Kirche

Im gotischen Hallenchor der Stiftskirche Heiligenkreuz befinden sich in den beiden Flankenfenster, also jene zu Seiten des Mittelfensters, im Maßwerkdreipass jeweils überdimensionale große Dreipassöffnungen, die mit monumentalen Lilienornamenten geschmückt sind. Dieses an dieser prominenten Stelle verwendete Motiv geht über die allgemeine Mariensymbolik hinaus und hat auch eine heraldisch-ikonographische Bedeutung. Auch hat das Mutterkloster von Heiligenkreuz, Morimond, als auch die einzige babenbergische Tochtergründung, Lilienfeld, Lilien im Stiftswappen. Dieses Lilien deuten auf die zisterziensische Filiation hin, was wiederum ein deutlicher Bezug zu den Babenbergern herstellt. Otto von Freising ist der spirituelle Gründerabt von Morimond und Leopold VI. gründete Lilienfeld. Diese Lilien stellen also eine Rückbesinnung auf das Gründergeschlecht der Babenberger im ausgehenden 13. Jahrhundert in Stift Heiligenkreuz dar.

Frau Steffi Buger und Frater Korbinian OCist organisieren und fertigen den Blumenschmuck für die Stiftskirche Heiligenkreuz. Fr. Buger aus der Stiftspfarre Heiligenkreuz arbeitet ehrenamtlich bei hohen Festtagen in unserer Sakristei. Beide sind großartige Fleuristen.
Ihnen und der ungenannten Spenderin der Blumen ist aufrichtig zu danken.


Die graphische Sammlung des Stiftes Heiligenkreuz ist ein ungehobener Schatz

Zusammenfassung von Mag. Dr. Patricia Engel – Universität Krems/Donau

  • Die Sammlung umfasst Originale bedeutender Künstler, z. T. mit Briefen und Widmungen an Äbte oder Patres des Stiftes
  • Zeichnungen und Drucke von berühmten Künstlern, die eng mit der Geschichte des Stiftes und der Region verbunden sind oder ansonsten bedeutend sind
  • Wunderschöne Architekturzeichnungen und Drucke, die davon zeugen, dass im Stift reges Interesse am Thema Baukunst herrschte
  • Großartige Portraits> Religiösen Darstellungen> Bezaubernde Landschaftsbilder> Bedeutende Autographen

Die Techniken, mit denen die Kunstwerke hergestellt wurden, umfassen originale Bleistift- und Kohlezeichnungen (also Unikate), Aquarelle, Holzschnitte, Kupferstiche und Radierungen sowie Lithographien.

Um die Blätter in die Zukunft hinein zu retten, benötigen sie sachgerechte Konservierung.

Es wurden drei besonders dringende Maßnahmenpakete festgelegt:

  1. Das Reinigung der Graphiken von Staub, Mikroorganismen, alten Selbstklebebändern
  2. Das Schließen großer Risse, Entsäuern brüchiger Blätter, Reduktion von Flecken und Begradigen von entstellenden Knicken
  3. Das Umlagern in säurefreie Mappen, Schachteln, Träger und das Passepartourieren wischempfindlicher Zeichnungen.

Nachdem die Graphiken durch diese konservatorischen Maßnahmen handhabbar gemacht sind, muss ein Katalog erstellt werden.


Kleine Papiergeschichte

Passend zur Aufarbeitung unserer graphischen Sammlung durch Fr. Mag. Dr. Patricia Engel sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass im Archiv des Stift Heiligenkreuz das älteste in Österreich hergestellte Blatt Papier aufbewahrt wird. Heute nimmt man an, dass das Papier aus einer Mühle geschöpft wurde, die von Jan der Turs von Rauhenegg um das Jahr 1321 in Leesdorf bei Baden gegründet wurde. Als Wasserzeichen wird eine Glocke verwendet. Dieses Signum schließt eine Verwechslung mit der damligen italienischen Importware aus. Dieser Hinweis wird von Dieter Freyer in seinem Artikel „Kleine Papiergeschichte, vom Papyrus zum Papier des 20.Jahrhunderts“ unter der Rubrik ‚Österreich‘ angeführt.

(vlg. http://papiergeschichte.freyerweb.at)


Handschriftenforschung

Dr. Franz Lackner, Handschriftenforscher, ehemaliger Mitarbeiter der OeAW, arbeitet nach der Corona-Krise wieder in der Handschriftenkammer.

Derzeit erfolgt die kodikologische und inhaltliche Beschreibung der Handschriften des 3. Viertels des 12. Jahrhunderts. Diese Beschreibung erfolgt im Rahmen der Neukatalogisierung der Handschriften des 12. Jh., deren Gesamtzahl sich auf ca. 110 Handschriften beläuft. Hier sind die Handschriften aus dem Bücherverzeichnis (Cod. 205) des Abtes Gottschalk (Erster Abt von Heiligenkreuz) mitinbegriffen. Paralell dazu erfolgt die breit angelegte Studie zum Scriptorium durch Dr. Alois Haidinger, deren Ergebnisse auf www.scriptoria.at präsentiert werden. Derzeit werden die Digitalisate der Handschriften aus dem Gottschalk-Katalog durch Dr. Haidinger suggzesive auf scriptoria.at zugänglich gemacht.


6. Internationale Musikakademie Ferdinand Rebay
Stift Heiligenkreuz vom 26.8. bis 30.8.2020

Akademie Rebay FOLDER


DIE DREI ÖSTERLICHEN TAGE

VOM LEIDEN UND STERBEN
VON DER GRABESRUHE
UND DER AUFERSTEHUNG DES HERRN

Ostersonntag

IHNEN ALLEN EIN GESEGNETES OSTERFEST

Quelle: Maronitisches Messbuch 1698
„Göttliche Liturgie des heiligen Johannes Chrysostomus“
in arabischer Sprache

 

Karsamstag
Grabesruhe des Herrn

Karfreitag (A)

15.00 Uhr

Aus dem heiligen Evangelium nach Joh 18,1-19,42

… Danach, da Jesus wusste, dass nun alles vollbracht war, sagte er, damit sich die Schrift erfüllte:
+ Mich dürstet.
Ein Gefäß voll Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm voll Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund.
Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er:
+ Es ist vollbracht!
Und er neigte das Haupt und übergab den Geist. …

Todesangst – Gefangennahme – Auslieferung
Geiselung

Hans von Aachen
Stiftsmuseum Heiligenkreuz


Gründonnerstag
(A)

Aus dem heiligen Evangelium nach Joh 13,1-15

Es war vor dem Paschafest.
Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, um aus dieser Welt zum Vater hinüberzugehen.
Da er die Seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung. Es fand ein Mahl statt …
Jesus … stand vom Mahl auf, legte sein Gewand ab und umgürtete sich mit einem Leinentuch.
Dann goss er Wasser in eine Schüssel und begann, den Jüngern die Füße zu waschen …


Die Karwoche
Die Passion

Mt 27,11-54

… Da rief das ganze Volk: Sein Blut – über uns und unsere Kinder! Darauf ließ [Pilatus] Barabbas frei, Jesus aber ließ er geißeln und lieferte ihn aus zur Kreuzigung. …

Glasfenster in der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Marien in Stiepel – Bochum
nach dem Volto Santo von Manopello
von Künstlermönch P. Raphael Statt OCist – Heiligenkreuz

 

Die Verspottung Jesu durch die römischen Soldaten

Da nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus, führten ihn in das Prätorium und versammelten die ganze Kohorte um ihn.
Sie zogen ihn aus und legten ihm einen purpurroten Mantel um. Dann flochten sie einen Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm auf das Haupt und gaben ihm einen Stock in die rechte Hand. fielen vor ihm auf die Knie und verhöhnten ihn, indem sie riefen:
Sei gegrüßt, König der Juden! Und sie spuckten ihn an, nahmen ihm den Stock wieder weg und schlugen damit auf seinen Kopf.
Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, nahmen sie ihm den Mantel ab und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an. …

 

Kussbildchen
In den Missalien des Mittelalters ist immer am Rand nach dem ‚osculum pacis‘ (Friedenskuss)
und vor den Kommuniongebeten des Priesters ein Kussbildchen zu sehen.

Quelle: Missale Constantiniense, Anfang XV. Jh., Fol. 56v,
ursprünglich: Stiftsbibliothek Neukloster in Wiener Neustadt
jetzt:
Handschriftenkammer Stift Heiligenkreuz

 

Kussbildchen
Missale Romanum – XV. Jh.
Handschriftenkammer Stift Heiligenkreuz


KARWOCHE – HEILIGE WOCHE – GROSSE WOCHE

Christus hält uns tröstend die Zeichen seiner Liebe entgegen
Aus der künstlerischen Hinterlassenschaft des Abtes Konrad Schmid (Faber) OCist – 1547 – 1558

  • Antlitz Christi, das sich auf dem Schweißtuch der Veronika abbildet – sichtbar in der einstigen Tabernakelnische im heutigen Altarraum der gotischen Hallenkirche von Heiligenkreuz (um 1549)
  • Schmerzensmann von 1551 auf der Grabplatte des Abtes Konrad, der deutlich sichtbar als seine Trophäe die Dornenkrone trägt
  • Andachtsbild der Fünf-Wunden-Bruderschaft von 1554, wo ein betender Schüler vor dem Auferstandenen kniet, der seine verklärten Wundmale darbietet (heute im Stiftsmuseum). Abt Konrad hatte ein feierliches Offizium zu den fünf Wunden Christi eingeführt, dass jeden Freitag von den Schülern des Sängerknaben-Konvikts vorgetragen wurde. Hierzu hatte er 1551 einen eigenen Fünf-Wunden-Christi-Altar in der Stiftskirche aufstellen lassen. Sein Nachfolger Abt Ulrich II. Müller (Molitor) (1558-1584) führte diese Andachtsform weiter.

Literatur
Univ.-Doz. Prof. Dr. Wolfgang Buchmüller OCist
Tradition als Hoffnungszeichen in Zeiten der Umwertung der Werte
Betrachtungen zur Entdeckung der Renaissance-Fresken im Kreuzgang von Heiligenkreuz

in: Sancta Crux, Zeitschrift des Stiftes Heiligenkreuz, 65. Jg., Nr. 121, S. 177-189, Heiligenkreuz 2004


Die besonderen Momente auf dem menschenleeren Platz beim Segen URBI ET ORBI > 27.03.2020

„Wir dachten, immer gesund in einer kranken Welt bleiben zu können“, sagte Papst Franziskus


Restaurierung des Gipsmodells
Putti tragen eine Laterne (Vorlage: Giovanni Giuliani)
Hyrtl’sches Waisenhaus Mödling
Werkstatt des Restaurators Heinz Meisnitzer


Giovanni Giuliani
Gipsmodell im Hyrtl’sches Waisenhaus Mödling wird restauriert
Leitung: Restaurator Heinz Meisnitzer
Besichtigung des Originals in Heiligenkreuz am 10.03.2020


Treffen der Vorarlberg-Fahrer [2019] am 28.2.2020
Rückblick mit Vorarlberger Käsknöpfle – Essen
in Wien II


Talismanisches Hemd
im Stift Neukloster zu Wiener Neustadt

Literaturhinweis: Runkel Johanna, Diss. S. 157-160, Wien 2019


Neuzugang – eine ganz besonders kleine Handschrift
Das kleinste Buch der Welt

Eine Stiftung von Friedrich Hohenecker – Wien XX., der die Präsentation dieses Buches 1961 selber gestaltet hat. Es ist eine Schenkung an unser Stiftsmuseum. Ein aufgeklebtes Blatt auf der Rückseite der Kassette gibt darüber Auskunft. Hohenecker hat als Buchbinder für die Handschriftensammlung im Auftrag von P. Dr. Severin Grill OCist in den 50ziger und 60ziger Jahren viele Bücher unserer Handschriftensammlung restauriert. Dieses „Kleinste Buch der Welt“ wurde am 23.9.1963 dem Stift Heiligenkreuz übergeben. Inhalt: ‚Vater unser‘ in 7 Sprachen.


Handbuch zur Pflege kirchlicher Kunst- und Kulturgüter
SCHÖNE KIRCHE
Präsentation: 6. März 2020 – auf der Monumento Salzburg 2020

Dieses Buch wurde im Auftrag und mit Unterstützung durch die Österreichische Bischofskonferenz, Diözesanbischof Hermann Glettler, Referatsbischof für Kunst und Kultur sowie Denkmalschtuz, und den Ordensgemeinschaften Österreichs, Erzabt Korbinian Birnbacher OSB, Vorsitzender der Österreichischen Ordenskonferenz, herausgegeben. Karin Mayer, Leiterin des Referates für die Kulturgüter der Orden, vertrat bei der Buchpräsentation die Verantwortlichen für die Kulturgüter der Ordensgemeinschaften Österreichs.


Herbeck-Messe aus dem Heiligenkreuzer Musikarchiv

Samstag, 14. März 2020
ABGESAGT

Herzliche Einladung zu einer Rarität aus dem Musikarchiv des Stiftes Heiligenkreuz.
Herbeck war Sängerknabe in Stift Heiligenkreuz.
Seine Messe in F-Dur befindet sich im Musikarchiv des Stiftes und wird nun seit langer Zeit zum ersten Mal
von Ayako Bungyoku wieder zur Aufführung gebracht.

Johann Ritter von Herbeck (1831 – 1877) Messe in F-Dur (Chorkonzert)

Chor der Markuskirche und Capella Oratoriana (St. Rochus)
Orgel: Karl-Johannes Vsedni
Leitung: Ayako Bungyoku


Das war die Kustodenführung am 1. Fastensonntag
1. März 2020 [Josefsmonat]
Darstellungen des hl. Josef im Stiftsmuseum Heiligenkreuz


RETTUNG EINES KULTURSCHATZES
Schubert-Hammerflügel

Stift Heiligenkreuz

Der Schubert-Hammerflügel im Museum des Stiftes Heiligenkreuz stammt von Michael Rosenberger, einem Klavierbauer aus Franken (*1766-1832).

Fachleute, wie Dr. Beatrix Darmstädter und Dr. Alfons Huber vom KHM Wien (Sammlung alter Musikinstrumente) und der namhafte Restaurator für Hammerklaviere Robert Brown (Oberndorf) bestätigen den „weitgehend unangetasteten Originalzustand“ (Darmstädter).
Es handelt sich „um eines der ganz wenigen wertvollen fast unberührten Hammerflügel der Biedermeierzeit (Huber)

Der Schubert-Hammerflügel ist eines der wertvollsten Musikinstrumente seiner Zeit und ein Juwel von Stift Heiligenkreuz. Mit der Registernummer 6 des weltbekannten Rosenberger-Klavier-Produzenten in Wien dokumentiert sich dieses Instrument als einzigartig.

Das Klangerlebnis des Schubert-Hammerflügels ist unvergleichbar, weil es authentisch den Biedermeierklang wiedergibt.
Der Schubert-Hammerflügel des Stiftes Heiligenkreuz war das Lieblingsinstrument des Komponisten Franz Schubert.
Dieses Instrument hat Franz Schubert wegen seines Klangerlebnisses geliebt. So ist heute das Spielen und Hören des Schubert-Hammerflügels ein besonderes, exklusives Erlebnis.

Das edle Instrument muß dringend restauriert werden. Die besten Spezialisten werden herangezogen, um es für die Nachwelt zu erhalten. (14.02.2020)


Graphische Sammlung

Aufarbeitung und Konservierung durch Studierende der Donau-Universität Krems
Leitung: Mag. Dr. Patricia Engel

  • Sondierung
  • Katalogisierung
  • Bestandserhaltung
Vier Studierende der Donau – Universität Krems, Frau Wiwik Sri Wulandari, Herr Warsono, Herr Indiria Maharsi und Frau Prima Dona Hapsari, begannen die Durchsicht und Katalogisierung der Graphiksammlung des Stiftes Heiligenkreuz unter der Leitung von Dr. Patricia Engel. Es geht darum ein Konservierungskonzept zu erarbeiten. Dieses beinhaltet konkrete Vorschläge für die fachgerechte Lagerung der wertvollen Blätter. Das besondere ist, dass diese Studierenden der Universität für Weiterbildung Krems, Lehrende in Indonesien sind, wo sie am berühmten Institut Seni Indonesia, Yogyakarta eine Restaurierungsfakultät aufbauen.
Als erster Schritt wurde ein Teil der Graphiksammlung exemplarisch nach Technik und Zustand systematisiert und ein Katalogisierungsstystem, welches auch die für die Konservierung bzw. Restaurierung relevanten Daten beinhaltet, erstellt. Ein Testlauf erlaubte die Evaluierung des Vorschlags. Das nun gefundene Konzept wird in den kommenden Monaten weiter angewendet. Ziel ist es die gesamte Sammlung wieder nutzbar zu machen. (10.02.2020)

Arbeitsprotokoll vom 10.2.2020 (englisch) und weitere Vorgehensweise


Gestohlener Engel von Giovanni Giuliani kehrt nach Heiligenkreuz zurück
ehem. in der Pfarrkirche von Gaaden
‚Neuzugang‘ im Stiftsmuseum

Am Montag, dem 10.2.2020, wurde von der Kriminalpolizei Mödling der am 21. Mai 2003 aus der Pfarrkirche Gaaden (Stiftspfarre von Heiligenkreuz) entwendete Engel von Giovanni Giuliani dem Stift Heiligenkreuz rückgestellt.

Der Anfang der 21. Jh. aus der Pfarrkirche Gaaden gestohlene Engel wurde im Kunsthandel in Wien sichergestellt und nun dem rechtmäßigen Besitzer wieder zurückgegeben. Durch unsachgemäße Verwahrung in den vergangenen Monaten sind Oberflächenschäden entstanden, die durch den Restaurator Franz Hobl behoben werden müssen. In der Folge wird die Skulptur im Stiftsmuseum Heiligenkreuz einen adäquaten Platz erhalten. Wir freuen uns über die Rückgabe und sohin über den ‚Neuzugang‘. (10.02.2020)


Die verborgenen Ursprünge des österreichischen Humanismus
Dr. Erwin Pokorny Uni-Innsbruck
FWF-Projekt

Das Projekt erschließt zum ersten Mal das intellektuelle Profil des bisher kaum erforschten Tirolers Johannes Fuchs[magen] (ca. 1450–1510).
  • 1. Teilprojekt rekonstruiert die Büchersammlung Fuchsmagens
  • 2. Teilprojekt ediert in einer Online-Ausgabe mit Kommentar den Codex Fuchsmagen, eine Sammlung von
    ca. 200 lateinischen Gedichten zahlreicher Humanisten , die Fuchsmagen gewidmet ist
  • 3. Teilprojekt behandelt zwei zentrale, aber bisher nicht angemessen gewürdigte österreichische Kulturgüter, die bei den von Fuchsmagen in Auftrag gegeben wurden: einerseits den Fuchsmagenteppich, der den Stifter in Gesellschaft des österreichischen Markgrafen und Heiligen Leopold III. mit dessen Familie zeigt; andererseits den sogenannten „Filocalus-Kalender“, eine im Besitz von Fuchsmagen befindliche, Anfang des 16. Jh. angelegte Handschrift eines illustrierten spätantiken Kalenders

Ziel ist die präzisere Datierung der Entstehungszeit des Fuchsmagenteppichs


BENEFIZKONZERT

zu Gunsten des Zisterzienserklosters in Sri Lanka

Donnerstag, dem 19. März 2020, 19 Uhr
ABGESAGT

Franz Schubert: Winterreise, ausgewählte Lieder
Klaviermusik von Franz Schubert und Ludwig van Beethoven

Renate Weninger, Sopran
Am Flügel: Christian Vodak
Rezitation: Hans Georg Heinke

Auf Sri Lanka entsteht gerade das erste Zisterzienserkloster. Drei Mönche, die dieses Projekt wagen, stammen aus Sri Lanka. Jetzt müssen Sie ihr Kloster fertig bauen. Sie brauchen unsere Hilfe. Das neue Kloster soll einmal vielen Platz bieten. Mit Hilfe des Volkes Gottes kann dieses Werk gelingen. P. Sylvester, Pater Bernard und Pater Benedict wünschen sehnsüchtig, dass sie bald in das Kloster einziehen können.
Diese Pioniermönche möchten wir unterstützen.

  • Sie können den Klosterbau direkt fördern.
  • Wenn Sie Ihre Spende steuerlich absetzen wollen, dann nützen Sie bitte das Konto der Päpstlichen Missionswerke:

Empfänger: Päpstliche Missionswerke
IBAN: AT96 6000 000 0701 5500
BIC: BAWAATWW
Vermerk: Kloster für Sri Lanka


Schätze ins Schaufenster

Stift Neukloster – Wiener Neustadt
Stiftssammlungen

Die Kunst- und Wunderkammer des Neuklosters war im Rahmen der Niederösterreichischen Landesausstellung „Welt in Bewegung“ zu sehen. In einer Kunst- und Wunderkammer werden unterschiedlichste Objekte gezeigt, um ein Abbild der Welt im Kleinen darzustellen. Solche Schätze waren in ganz Europa an Fürstenhöfen und in Klöstern vorhanden – so auch im Stift Neukloster.
Im Neukloster wurden sowohl die Paramentenkammer neu eingerichtet als auch ein Gemäldedepot, ein Objektdepot und ein neuer Ausstellungsraum für eine einzigartige Kunst- und Wunderkammer geplant und umgesetzt. Die Inventarisierung und Präsentation der Objekte, die zuvor nicht für die Öffentlichkeit zugänglich waren, waren eines der Kernthemen des Projekts. Insgesamt wurden Sammlungsbestände von rund 5.100 Objekten bearbeitet.
Die Sammlung umfasst sowohl prunkvolle Kunstkammerobjekte als auch einzigartige Erinnerungsstücke an geschichtliche Ereignisse: ca. 4700 Einzelstücke, davon 1000 Kunstkammerobjekte, 200 Gemälde und 3500 Steine und Muscheln. Der Großteil der Bestände wurde in der Blütezeit des Klosters zwischen 1740 und 1801 angeschafft. So bietet sich ein wichtiges Dokument des barocken Sammelns im 18. Jahrhundert und der Klostergeschichte dar. Darüber hinaus ist die Sammlung ein wertvolles kultur- und naturkundliches Erbe der Region und des Landes Niederösterreich.
Die fachkundigen Arbeiten im Rahmen dieser Depotoffensive wurden von
Lehrenden und Studierenden der Universität für angewandte Kunst Wien durchgeführt. Die Gesamtleitung hatte o. Univ.-Prof. Mag. Dr. Gabriela Krist, Vorständin des Instituts für Konservierung und Restaurierung an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

 

Altes und Schönes in Kaisers Tafelstube
Adventmarkt im Stift Heiligenkreuz 14.12.2019


Gotische Glaskunst aus dem Stift Neukloster

Die im Stiftsmuseum Heiligenkreuz verwahrten Bruderschaftsscheiben (Herkunft: Sterzing) aus dem Stift Neukloster in Wiener Neustadt mit Madonna und Kind, dem heiligen Jakobus dem Älteren, dem Stifterpaar und der dazugehörenden Wappenscheibe sind in einem Artikel im Corpus Vitrearum Medii Aevi (Österreich Band IV) beschrieben. Fr. Eugenius Lersch OCist hat ein Exzerpt erstellt. Jakobusbruderschaften könnten sich für die „Jakobusscheibe“ interessieren.


Glasfenster im neuen Meditationsraum
Kurhaus Marienkron
von P. Raphael Statt OCist

„Beim Betrachten der ursprünglichen Raumsituation des Meditationsraumes kam mir spontan die Idee, eine grüne Wellenbewegung durch alle vier Fenster fluten zu lassen.

Es sollte ein saftiges, ja leuchtendes Grün sein, wie wir es in der Natur […] finden.

Denn mein Anliegen war es, bei der Gestaltung der Fenster ganz aus der Natur zu schöpfen – und den Blick des Betrachters in die Natur schweifen zu lassen. Auch das Heilungsprogramm des Kurhauses schöpft aus den Elementen der Natur.“

 


Musikarchiv

Der historische Komponisten-Zettelkatalog im Musikarchiv wurde in neu angefertigten Mappen untergebracht. Besonders hervorzuheben sind die goldfarbenen Buchstaben, die Herr Erich Unterpertinger auf den Rücken der von ihm gemachten Mappen angebracht hat. Herr Erich arbeitet in seiner Pension ehrenamtlich in der Buchbinderei.

 

Archivboxen

Die Kompositionen von Ferdinand Rebay sind während der Sichtungsarbeiten in säurefreien Kartonboxen eingeordnet worden. Eine Spezialfirma in Deutschland (Schempp) hat die Boxen geliefert.
Gleichzeitig mit dem Werkzeichnis, das online über RISM aufgerufen werden kann, wurde ein analoger Zettelkatalog erstellt.


Hochfest des hl. Leopold in Heiligenkreuz

Musikalische Gestaltung:
Kirchenmusikverein St. Ulrich / Wien VII
Leitung: Robert Fontane

Im Anschluß an das Pontifikalamt lud P. Roman zu einer Kustodenführung ins Stiftsmuseum ein. Dem Feiertag entsprechend präsentierte er Darstellungen des hl. Leopold (siehe z.B. Bild 5 v.l.n.r.). In der Führung wurden Werke von Altomonte, Giuliani und der Fuchsmagenteppich vorgestellt.


Giovanni Giuliani – Fund am Dachboden – Mödling

Prof. Walter Jirka findet in einer Schule in Mödling Modelle von Giovanni Giuliani auf dem Dachboden. Sie entsprechen den am Waisenhausfriedhof in Mödling befindlichen Putti. Bezirksblatt und NÖN berichten über diesen Fund am Dachboden.

 

NÖN
Bezirksblatt


Handschriftenkunde und Buchwesen

Lehrveranstaltung der Universität Wien [Insitut für Österreichische Geschichtsforschung]
zu Besuch in der Handschriftenkammer > 9.11.2019
Leitung:
Ass.-Prof. Mag. Dr. Christoph Egger und Mag. Dr. Katharina Kaska [ÖNB]

Am 9.11.d.J. besuchte die Lehrveranstaltung Handschriftenkunde des MA Geschichtsforschung, Historische Hilfswissenschaften und Archivwissenschaft die Handschriftensammlung von Heiligenkreuz. Die Studierenden lernten anhand der Heiligenkreuzer Handschriften und mittelalterlichen Bücherlisten über die Geschichte einer der am besten erhaltenen mittelalterlichen Klosterbibliotheken Österreichs und konnten praktische Erfahrung für die Beschreibung und Katalogisierung von Handschriften sammeln.

 


Einblicke in Sammlungen des Stiftes

Nationalfeiertag, dem 26.10.2019


Begrüßung
Bau- und Dekorsteine <> Bleiweißfassung
Zusammenfassung (Video)

Fotogalerie


Erinnern und Erneuern

Einladung
Führungskräfte aus der Tradition biblischen Glaubens und

Gedenkkonzert Ferdinand Rebay – Mittwoch, 30. Oktober 2019, 18:30 Uhr

Fotodokumentation

Haus der Industrie – 1010 Wien, Schwarzenbergplatz 4

Podiumsgespräch

zum Thema „Erinnern und Erneuern“ mit Prof. Regina Polak und Prof. Matthias Beck


5. Internationale Musikakademie Ferdinand Rebay

Fotogalerie – Abschlußkonzert


Sonntag, 25. August 2019 16 Uhr
Kaisersaal – Stift Heiligenkreuz

Info


ZU SCHADE ZUM WEGWERFEN

und doch im Weg
SCHAFFEN SIE PLATZ
und helfen Sie uns!

Wir brauchen
„ALTES und SCHÖNES“
für unseren jährlichen HEILIGENKREUZER ADVENTMARKT
(am Samstag vor dem 3. Adventsonntag, heuer am 14. Dezember 2019)
Wir freuen uns über GLAS, PORZELLAN, Geschirr, Vasen, Deko-Artikel uvm.
Abgeben können Sie die Sachen an der Pforte des Stiftes Heiligenkreuz
Organisation: P. Roman
Tel. 0043-2258-8703-166 (Mo – Fr 8.00-11.00)

Die Gegenstände können auch schon jetzt übergeben werden.

Was Sie uns bitte NICHT bringen: Gewand, Elektrogeräte, Möbel, …und alles, was Käufer nicht tragen können …
wenn Sie unsicher sind, was wir brauchen können:
EINFACH ANFRAGEN!
p.roman@stift-heiligenkreuz.at
0664-6523838


Exkursion

Instituts für Numismatik und Geldgeschichte
2.7.-6.7. und 15.7.-18.7.2019

Auch in diesem Jahr fanden sich zwei Dozenten (Mag.Martin Baer und Dr. Simone Killen) und vier Studierende (Nikolaus Aue, David Burisch, Sebastian Gradauer, Kana Totsuka) bei uns in Heiligenkreuz ein, um die Münzsammlung aufzuarbeiten. Schwerpunkt der Arbeit waren die antiken griechischen Münzen der Hauptsammlung. Dabei wurden Bestimmungen makedonischer, italischer, kleinasiatischer und ptolemäischer Münzen vorgenommen und in die Datenbank eingefügt.
Circa 1700 Münzen wurden fotografisch erfaßt.


Segnung des Musikarchives

am 5.4.2019
durch Prälat Abt Dr. Maximilian Heim OCist

Eine erlauchte Schar von Festgästen hat sich zur Segnung und Eröffnung des Musikarchives im Stift Heiligenkreuz eingefunden. Aus Wissenschaft und Forschung, Kunst- und Handwerksbereich kamen die Geladenen, um sich mit dem Abt, Mitbrüdern, und Freunden des Hauses diese historische Gelegenheit nicht entgehen zu lassen. Klösterliche Hausmusik unter Leitung von Renate Weninger in Form eines Dreigesgangs mit Harfe hat die Feierstunde zu einem wirklichen Erlebnis werden lassen. Mag. Anton Holzapfel (dolce risonanza) hat das Archiv als langjähringer Kenner und Nutzer vorgestellt. Hier einige Impressionen: Video


„Lebendiges“ Musikarchiv Stift Heiligenkreuz
„Rebay und seine Wegbegleiter“ könnte man das Konzert im
Wiener Alten Rathaus am 20. März umschreiben
Benefizkonzert für das neu gegründete Zisterzienser-Kloster in Sri Lanka.

P. Roman Nägele OCist, Kustos der Musiksammlung in Stift Heiligenkreuz, und Rebay-Forscherin Dr. Maria Gelew haben das Ziel, Ferdinand Rebays Werke (sein Nachlass befindet sich in Heiligenkreuz) wieder in Erinnerung zu bringen. Das Ziel ist ein „lebendiges“ Musikarchiv: so viel wie möglich von dem, was sich darin an Musikmaterial befindet, soll auch zu Gehör gebracht werden.Das vielfältige Programm machte mit zahlreichen Raritäten bekannt:
Grundlage für Ferdinand Rebays (1880-1953) musikalische Ausbildung war seine Sängerknabenzeit in Stift Heiligenkreuz durch P. Stephan Pfeiffer OCist und den Stiftsorganisten Hans Fink.In Wien setzte er seine Ausbildung unter anderem bei Eusebius Mandyczewski fort, der auch Hans Gal unterrichtete, und schloss sie bei Robert Fuchs ab, der auch Lehrer von Alexander Zemlinsky war.Spannend war es Werke dieser Komponisten zu einem Gesamtbild zusammengefügt zu hören:
Robert Fuchs (1847-1927) machte den Anfang, aus den „Sechs Fantasiestücken“ op. 117 brachten Robert Bauerstatter (Viola) und Srebra Gelleva die Abschnitte 1, 3 und 4 ausdrucksstark vom „Ländler-Tempo“ bis zum „Andante sostenuto con espressione“ zum Klingen.Ganz anders dann die „Walzer-Gesänge“ Op. 6 von Alexander Zemlinsky (Texte: F. Gregorovius). Begleitet von Maria Gelew sang Kaori Tomiyama (Mezzosopran) und vermittelte die Stimmung der zugrunde liegenden Volkslieder aus der Toskana.Emil Nikolaus von Reznicek ist ja hauptsächlich durch die Ouverture zu „Donna Diana“ bekannt, seine anderen Werke sollen nun auch wieder ans Tageslicht kommen, darunter gibt es einige mit „kleiner Besetzung, so die „Zwei Phantasiestücke“ für Klavier, von denen Srebra Gelleva mit dem Notturno Nr. 1 bekannt machte – eine Entdeckung! Mit Hans Gals Divertimento Op. 86c für 2 Flöten, gespielt von den für Rebay-Wiederentdeckungen bewährten und beliebten Musikern Chia-Ling Renner-Liao und Wolfgang Renner (Flöten) und Armin Egger (Gitarre), führte direkt zu Rebay, der besonders schöne Werke für Flöte(n) und Gitarre(n) komponierte, etwa die „Variationen über ein Thema von Mozart für Flöte und Gitarre“, äußerst schöne Variationen mit zahlreichen Effekten, mit denen C.-L Renner-Liao und Armin Egger verblüfften.Mit Rebay-Variationen ging es weiter, denen über das „Weihnachts-Wiegenlied“ seines Lehrers Eusebius Mandyczewski mit markanten Passagen, bei denen die Vorzüge jedes Instrumentes zur Geltung kommen (W. Renner/Flöte, R. Bauerstatter/Viola, A. Egger/Gitarre, S. Gelleva /Klavier)Einen Höhepunkt des Abends stellten sechs Rebay-Lieder (eigene Texte und von Hermann Löns) dar, Jeannie Mayr (Sopran) sang und gestaltete sie, von tieftraurig (Löns: Der Rosenstock) bis kokett-witzig (Löns: Das Geheimnis) überzeugt sie mit jeder Emotion.Rebay hat neben anderen (etwa dem Donauwalzer) auch Johann Strauß´ “Kaiser-Walzer“ bearbeitet und setzt für die Instrumente (2 Flöten, Gitarre und Klavier) verblüffende Akzente, Zither setzte er keine ein, wenn es auch manchmal so klingt.Gute Stimmung im Publikum, in der Pause gabs noch Grammelschmalz-Häppchen und Wein, sowie gute Gespräche – über Musik und über das Zisterzienser-Kloster in Sri Lanka, das P. Wolfgang Buchmüller OCist vorstellte.
Bericht in NÖN-Online / siehe auch: Mein Bezirk
P. Dr. Wolfgang Buchmüller mit der Zisterziensergemeinschaft in Sri Lanka

Werkshop für Musikarchivarinnen und Musikarchivare

im Stift Melk 1./2.3.2019
Das Referat für die Kulturgüter der Orden Österreichs hatte ein sehr informatives Programm geboten.

Weitere Infos: hier


DAKTYLIOTHEK

Erste Sichtung durch
ao. Univ.-Prof. i.R. Dr. Wolfgang Szaivert
22. Februar 2019

Daktyliotheken sind Sammlungen von (zumeist) Gipsabdrücken von Gemmen und geschnittenen Steinen. Es handelt sich um kleinere und/oder größere Sammlungen auf Laden montiert und meist in Schachteln oder gar Buchhüllen gepackt. Sie beginnen um die Mitte des 17. Jahrhunderts und dienten vornehmlich als Anschauungsmaterial für das Studium bzw. Verständnis antiker Mythologie und Geschichte. Siehe auch https://thue.museum-digital.de/index.php?t=objekt&oges=1032. So hat auch Goethe so etwas besessen. Solche Sammlungen gehörten zur Standardausrüstung einer guten Bibliothek.


WienerDomMuseum
Sonderausstellung
Zeig mir deine Wunde
20.09.2018 bis 25.08.2019

Das Stift Heiligenkreuz beteiligt sich mit drei Exponaten aus dem Stiftsmuseum

Exklusivführung mit Frau Direktorin Dr. Johanna Schwanberg
12.2.2019
Impressionen


Musikarchiv in neuer Umgebung

Im Musikarchiv des Stiftes Heiligenkreuz befinden sich Dokumente zum klösterlichen Musikleben. Hier werden die musikalischen Raritäten der Stiftskirche und von Komponisten einiger Diözesanpfarreien aufbewahrt. Besonders hervorzuheben sind Notationen von Komponisten, die eine persönliche oder berufliche Bindung an das Stift hatten: Georg Reutter, Johann Georg Albrechtsberger, P. Clemens Scheupflug OCist, Johann Ritter von Herbeck, Ambros Rieder, Hans Fink, Ferdinad Rebay u.a. Neben den papierenen Notenmaterialien gibt es auch eine Reihe von Tonwiedergabegeräten aus verschiedenen Jahrzehnten, zum Beispiel ein alter Musikschrank und ein Grammophon aus dem Jahr 1937..

Der Bestand ist seit Jahrzehnten zum ersten Mal wiederum in einem adaptierten Raum zusammengeführt. Das Notenmaterial ist vollständig mit einem Zettelkatalog erschlossen und wird laufend ergänzt. Die handschriftlichen und gedruckten Exemplare aus der Zeit vom beginnenden 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts können im Bestand eruiert werden und sind nach internationalen Standards in die RISM-Datenbank (Répertoire International des Sources Musicales – Internationales Quellenlexikon der Musik) aufgenommen worden. RISM ist das größte global arbeitende Unternehmen zur Dokumentation musikalischer Quellen in Schriftform, mit regionalen Arbeitsstellen in über 30 Ländern der Welt. Die Zentrale befindet sich in Frankfurt am Main. Die Daten sind über RISM abrufbar (RISM-Sigel A-HE).



 

Handschriften

Hebräische Fragmente in Österreich
Stift Heiligenkreuz


Neuzugang bei den Inkunabeln und Alten Drucken!

Ein Druck des Missale Augustense aus dem 16. Jahrhundert

Wie schon von P. Moses Hamm ausführlich in der Zeitschrift Sancta Crux berichtet, vermachte 2016 der Pfarrer in Ruhe Willi Heinrich Knapp dem Stift Heiligenkreuz ein Missale aus dem 16. Jahrhundert. Das 1555 von Sebald Mayer in Dillingen gedruckte Buch ist mit Holzschnitten von Matthias Gerung ausgestattet (VD16 M 5556).

Von besonderem Interesse bei diesem unvollständigen Exemplar (es fehlt der Römische Canon – bei durchgehender Folierung) ist die Widmung am Innendeckelspiegel, die hier deshalb noch einmal vollständig abgebildet werden soll. Das von einem illusionistischen Rahmen umgebene Blatt zeigt unter der Jahreszahl 1591 zwei große farbige Wappen. Links steht das Wappen des Caspar von Berndorff zu Pähl und Steinbach, rechts das Wappen seiner Ehefrau Anna von Berndorf, geborene Anna von Gumppenberg. Beide Wappen finden sich auch auf der Grabplatte der Ehegatten in der Pfarrkirche St. Laurentius in Pähl (Oberbayern). Der 1589 gestorbene Caspar von Berndorff war Kammermeister am Münchner Hof.

Die Widmung im Heiligenkreuzer Missale gibt nun Auskunft über das weitere Leben der Anna von Berndorf. Zwei Jahre nach dem Tod Ihres Ehemanns wohnte die Witwe „im fürstlichen panmarkht zu Diessen“ (Dießen am Ammersee in Oberbayern). Dort vermachte sie am 25. April 1591 das Missale dem „gotzhaus zum gotsakher“ (wohl die Friedhofskirche St. Johann). In der stark fehlerhaften Grabinschrift in Pähl wird Annas Sterbejahr mit 1692, wahrscheinlich richtig 1592, angegeben. Ihr Sterbeort wird mit dem in der Edition der Inschriften der Pfarrkirche Pähl nicht lokalisierten „Bairdtisten(n)“ ausgewiesen. Dabei könnte es sich um eine verballhornte Form von „Bayerdießen“ handeln, einer alten Bezeichnung für Dießen am Ammersee.

Die Heiligenkreuzer Neuerwerbung ist damit nicht nur eine wertvolle Erweiterung des Bibliotheksbestands, sondern auch eine Quelle für die bayerische Landesgeschichte.

Gedruckter Artikel
Moses Hamm, Ein Augsburger Messbuch von 1555, in: Sancta Crux 77 (2016) 72-76.

Link

Edition der Grabinschrift:

Die Inschriften des Landkreises Weilheim-Schongau. Gesammelt und bearbeitet von Manfred Merk (Die Deutschen Inschriften Bd. 84, Wiesbaden 2012) Nr. 194, online. Dort auch weiterführende Literatur zu den Personen.


Fortschritte bei der Aufarbeitung der Münzsammlung

Studierende der Wiener Universität am Institutes für Numismatik und Geldgeschichte unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Reinhard Wolters haben das dritte Jahr in Folge ein Projekt, das ‚Licht ins Dunkel‘ unserer Münzsammlung bringt. Die letzten beiden Jahre wurde die Sammlung des Stiftes Neukloster geordnet und eine wissenschaftliche Datenbank angelegt. Heuer nehmen die Wissenschaftler die Sammlung des Stiftes Heiligenkreuz ‚unter die Lupe‘. Für die an diesem Projekt Beteiligten ist es ein neue Erfahrung, in einem geschichtsträchtigen Haus wie das Unsere historische Münzen zu sichten und zu ordnen. Ziel ist peu a peu ein Gesamtverzeichnis zu erstellen, das in der Folge über das Medium Internet für wissenschaftliche Zwecke zugänglich gemacht werden wird.
Foto: Prof. Wolters mit seinen Numismatikstudenten bei der Arbeit an der Münzsammlung des Stiftes Heiligenkreuz.


Heiligenkreuzer Fotoalbum
von P. Dr. Meinrad Tomann OCist